Artikel vom 22.12.2012 aus "Reutlinger General-Anzeiger"

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Abgezockter und routinierter

Im zehnten Heimspiel gab's die sechste Niederlage. Die Erstliga-Handballer des TV Neuhausen mussten sich gestern Abend in der Tübinger Paul-Horn-Arena dem SC Magdeburg mit 26:32 (13:16) geschlagen geben. ŸMagdeburg hat super-clever gespielt, lobte TVN-Trainer Markus Gaugisch den Kontrahenten, der einen Tick abgezockter und routinierter auftrat und deshalb verdient beide Punkte entführte.

ŸWir wussten, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir Magdeburg deutlich unter 30 Toren halten können, erklärte Neuhausens forsch auftretender und zwei Mal erfolgreicher Linksaußen Klaus Schuldt. Vor allem in der ersten Hälfte Ÿhaben wir zu viele einfache Gegentore kassiert. Schuldt: ŸDas ist bitter, weil wir vom Trainer gut eingestellt waren und wussten, was Magdeburg spielt. Der vor der Saison von Balingen zum TVN gestoßene 25-Jährige stellte aber auch fest, dass Ÿwir kein schlechtes Spiel gezeigt haben. Um gegen so einen starken Gegner zu gewinnen, benötigen wir jedoch 120 Prozent.

Der Aufsteiger lag gegen den ersten deutschen Champions-League-Sieger (im Jahr 2002) nicht einmal in Führung. Die 2 217 Zuschauer sahen lange Zeit ein Spiel nach folgendem Strickmuster: Der TVN mühte sich im Angriff ab und musste enorm viel rackern, um SCM-Keeper Björgvin Pall Gustavsson zu überwinden. Bei Magdeburg dagegen ging es im Angriff zack-zack, um zum Abschluss zu kommen. ŸWir zeigten über weite Strecken ein gutes Angriffsspiel, lobte Gäste-Coach Frank Carstens sein Team.

Dass sich die Gastgeber lange Zeit nicht abschütteln ließen, machte Gaugisch stolz: ŸWir haben im Angriff sehr viel Geduld bewiesen. In diesem Punkt habe sich seine Mannschaft im Laufe der Runde enorm verbessert. Gegen Magdeburg allerdings durfte sich der TVN nur wenige Sekunden über ein eigenes Tor freuen, Ÿdann war der SCM schon wieder erfolgreich, so Gaugisch.

In den ersten elf Minuten bis zum 6:6 geriet der Neuling immer mit einem Tor ins Hintertreffen, schaffte aber stets den Ausgleich. Das Problem: Weil die Hintermannschaft keinen Zugriff auf die spielstarken Gäste-Akteure herstellen konnte, bekam Torhüter Thomas Bauer keinen Ball zu fassen. Nach zwölf Minuten rückte bei Neuhausen Magnus Becker zwischen die Pfosten. Der 25-Jährige glänzte in der 15. Minute bei einem Wurf von Moritz Schäpsmeier mit seiner ersten Parade und verhinderte damit den ersten Drei-Tore-Rückstand. Bis zum 10:11 (22. Minute) hielt der TVN den Anschluss, ehe er bis zum Seitenwechsel mit drei Toren (13:16) ins Hintertreffen kam.

Kurz nach Wiederanpfiff traf der stark aufspielende und mit fünf Erfolgen beste Torschütze der Hausherren, Ferdinand Michalik, zwei Mal hintereinander - 15:16. Danach war eine Weile Schluss mit der TVN-Herrlichkeit. Nach 39 Minuten lautete der Spielstand 15:22. Bei diesem 0:6-Tore-Lauf gab es im Angriff der Gaugisch-Truppe viele Missverständnisse, die von den Gästen gnadenlos mit Gegentoren bestraft wurden. Beim 17:26 (45.) betrug der Rückstand neun Tore, ehe Neuhausen einmal mehr gute Moral bewies und zwischenzeitlich auf vier Tore (26:30) herankam.

MANFRED KRETSCHMER

(GEA)