Ein Tollhaus ganz in blau

Es ging um alles und am Ende kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der TV Neuhausen rettet sich in einem standortübergreifenden Herzschlagfinale am letzten Spieltag.

„Hitchcock hätte es nicht besser schreiben können“, frohlockte Neuhausens sportlicher Leiter Markus Bühner kurz vor den Verabschiedungen. Denn zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass es der TV Neuhausen auf den allerletzten Drücker mit dem Klassenerhalt geschafft hatte. Das eigene Spiel gegen die SG Weinstadt gewann der TVN am Ende verdient und überzeugend mit 37:31. Nach der Schlusssirene hing ganz Neuhausen am Smartphone, blickte voller Spannung auf den Liveticker aus Neuenbürg. Denn dort war der direkte Konkurrent MTG Wangen zu Gast. Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Neuhausen musste einen Punkt mehr erringen als Wangen. Weil die Partie im tiefsten Nordschwarzwald gute 15 Minuten später begonnen hatte, war großes Zittern angesagt unterm. Trotz des eigenen Erfolgs.

Dann aber die Erlösung, als klar war, dass der HC Neuenbürg mit 28:25 gegen die MTG Wangen siegreich war. Die Dämme und Sektkorken brachen in Neuhausen – ein weiteres Jahr Regionalliga war damit gesichert. Aber noch ein paar Takte zum eigentlichen Spiel des TVN gegen die SG Weinstadt. Die Neuhäuser um Trainer Toni Lutter legten prächtig los, ein Kempa-Treffer durch Felix Stahl nach elf Minuten sorgte für eine 8:4-Führung. Neuhausen spielte munter weiter, Marc Vogel parierte im ersten Abschnitt einige Male grandios und ebnete so seinen Farben den Weg auf die Siegerstraße. Zur Pause war der TVN dann mit 19:12 in Führung. Nach dem Seitenwechsel verpasste man es allerdings, den Sack frühzeitig zuzuschnüren. Fünf Minuten lang, von der 34. bis zur 39., blieb der TVN ohne Treffer, was Weinstadt weidlich ausnutzte. Bis auf 23:21 (42.) kamen die Gäste noch heran. Aber der TVN fing sich wieder, kam auch durch Paraden von Benjamin Hauptvogel über diese heikle Phase hinweg. Beim 35:30 (59.) zeichnete sich dann klar ab, dass man zumindest die eigenen Hausaufgaben mit Bravour erledigt hatte. Nach Ablauf der 60 Minuten stand ein 37:31 auf der Anzeigetafel. Der kollektive Jubel kannte nach dem Schlusspfiff in Neuenbürg keine Grenzen mehr. Das hatte freilich auch damit zu tun, dass Abteilungsleiter Thomas Reusch im Angesicht des Klassenerhalts spontan eine halbe Stunde Freibier auslobte.

 Wer natürlich auch heilfroh war, das war der Cheftrainer Toni Lutter. Die sieben Tore Abstand zur Halbzeit seien etwas viel gewesen, doch das nehme man natürlich trotzdem mit, erklärte er. Die Schwächephase in der zweiten Hälfte hatte natürlich auch Lutter erkannt, doch der Unterschied zur Hinrunde sei, dass man sich da inzwischen gut herausarbeite. Die Performance des TVN ist seit dem Amtsantritt von Lutter überzeugend. „Wir waren am Anfang sechs Punkte von Wangen weg und sind jetzt vor ihnen“, war der Kommandogeber stolz auf die Leistung seiner Mannschaft. Schon am Anfang der Woche habe er den Fokus auf die Entwicklung in der gesamten Rückrunde gelegt, unabhängig davon, wie der finale Showdown ausgehen würde. „Aber am Ende ist es so natürlich 1000 Mal schöner“, schließt Lutter, der nun als Retter vom Hofbühl auch in der nächsten Saison in der Regionalliga coachen wird.

buxx


 

TV Neuhausen: Vogel, Hauptvogel – Streubel, Pohr (1), Brockhaus (4), Stahl (7), Nothdurft (6), Götz (3), Letzgus (10), Friesch (1), Symanzik, P. Bauer, M. Bauer (1), Mosdzien (2), Böhm (1), Roscic (1)

 

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