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Völker verbindend - A-Jugend des TVN mit vielen neuen Erfahrungen

21. Juli 2026

Über zwölf Stunden Anfahrt und dann eine Woche lang (fast) nur Handball spielen: Die A-Jugend des TV Neuhausen durfte sich diesen Traum erfüllen, auch wenn einige Spieler aufgrund schulischer Prüfungen die Reise nicht mitmachen konnten. Die Ferien in Baden-Württemberg sind halt leider nicht mit den meisten weltweiten Ferienterminen kompatibel. Für die, die dabei sein konnten, eine nicht nur sportlich erlebnisreiche Woche mit vielen Bekanntschaften aus Europa und Übersee, sondern auch die Belohnung für die Qualifikation zur Oberliga, obwohl dieser Erfolg in der frühen Planungsphase keineswegs abzusehen war. Zehn Tage waren die TVN-Nachwuchshandballer auf Reisen, täglich standen bis zu zwei Spiele auf dem Spielplan bei nicht immer einfachen klimatischen Bedingungen. Daneben kam es zu vielen Kontakten mit Spielern und Spielerinnen aus aller Welt. Aber nicht nur Freundschaften außerhalb der Sporthalle schlossen die Jugendlichen, auch auf dem Platz erlebten Lukas Wester und Co. Verblüffendes. Im Spiel gegen die Usbeken aus Taschkent etwa lernten die Spieler ein ganz besonderes Spielsystem kennen und fürchten, welches die ohnehin schon schweißtreibende Angelegenheit noch mehr intensivierte.

Wenn Polen, Israel und Deutschland oder Taiwan und China in einem Zusammenhang genannt werden, so geschieht dies meist aus geschichtlichen oder politischen Gründen. An sportliche Wettkämpfe denkt man dabei in den seltensten Fällen. Doch zu genau solchen Sportbegegnungen kommt es in einer der ältesten Städte Italiens jedes Jahr Anfang Juli, wenn sich Jugendmannschaften aus aller Welt eine Woche lang zum „internationalsten“ Handballturnier der Welt treffen. Auch wenn die geopolitische Situation momentan ein größeres Teilnahmefeld verhindert (der bisherige Rekord in 53 Jahren Turniergeschichte liegt bei über 400 teilnehmenden Mannschaften), reisten in diesem Jahr 120 Jugendhandball-Mannschaften aus 31 Nationen und 4 Kontinenten an, darunter Mannschaften aus international führenden Handballnationen wie Frankreich, Spanien, Polen, Schweden oder Dänemark, aber auch aus Handball-Entwicklungsländern wie Afghanistan, Chile oder Kanada. Zahlreiche kulturelle und folkloristische Veranstaltungen dieser Länder begleiteten die sportlichen Wettkämpfe, was den Völker verbindenden Charakter dieser Veranstaltung unterstreicht. Der nahe Strand der Adria sorgte ebenfalls für die ein oder andere Abkühlung.

Teramo, gelegen am Rande des Gran Sasso, dem höchsten Gebirge der Apenninenhalbinsel, verwandelt sich Anfang Juli für eine Woche zur „Handballstadt“. Insgesamt 357 Spiele auf 7 Spielfeldern waren es 2026 bis zum Turnierende.

Die fröhliche Eröffnungsfeier im Zentrum von Teramo beflügelte den TVN sogleich zum Auftaktsieg gegen die Mannschaft aus Chile. Die erwartbare Niederlage gegen das Nationalteam aus Usbekistan hielt die Spieler nicht davon ab, gegen Kopenhagen eine starke Leistung zu zeigen, die aber letztlich bei der knappen 24:25-Niederlage nicht belohnt wurde.

Trotzdem erreichte der TVN das Viertelfinale gegen das Team aus Budapest, das in der Parallelgruppe als erster durchs Ziel gegangen war. Hier machte sich die dünne Personaldecke erstmals richtig bemerkbar, so dass nach langer Führung in der Schlussphase bei 34 Grad in der Mittagssonne die Akkus einfach leer waren. Mit der 22:26-Niederlage verpasste der TVN zwar das Halbfinale, hatte aber noch ein besonderes Spiel vor der Brust. Nach nur vier Stunden Pause ging es weiter gegen Al Ahly. Auch hier war der TVN lange Zeit in Führung, bevor die Nordafrikaner mit 20:19 knapp die Nase vorn hatten.

Mit einem ungefährdeten 29:9-Sieg gegen die Gastgeber aus Teramo beendete der TVN das Turnier auf dem 7. Platz.

Nach 9 Tagen voller Eindrücke erreichten die Neuhäuser wohlbehalten heimatliche Gefilde. Das Abschiednehmen wurde durch eine Turniereinladung aus Schweden versüßt. Mal sehen, ob wir die annehmen können.